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Andachtstext vom Sonntag 29. März 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

 

schon zwei Wochen leben wir nun in dieser Ausnahmesituation durch das Coronavirus. Ich weiß nicht, wie es Ihnen und Euch geht, aber manchmal erscheint mir das alles noch so unwirklich. Draußen spüren wir, wie es wieder Frühling wird und neues Leben in der Natur erwacht – und gleichzeitig ist in diesem Jahr alles ganz anders.  

 

Geraten wir in Krisen, dann ändert sich unser Leben. Sich abzulenken, das funktioniert nur bedingt, denn die Sorge im Inneren, die geht mit. Und gerade in diesen Tagen spüren viele, dass die Sorge sich breit macht: Die Sorge, dass ein lieber Mensch oder man selbst sich schwerer infiziert. Die Sorge darüber, wie es beruflich weitergeht und ob es überhaupt weitergehen kann. Das Gefühl, isoliert zu sein und auf der anderen Seite vielleicht auch die Last, sich nicht aus dem Weg gehen zu können.

 

Egal, wie das Bedrückende und Beunruhigende aussieht, es ist erst einmal für den, der es aushalten oder bewältigen muss, wie ein unüberwindbarer Berg. Und dann ist es gut, wenn da jemand ist, der uns zeigt, dass wir mit all dem nicht allein sind.

 

Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Thessaloniki: „Tröstet euch untereinander und einer baue den anderen auf, wie ihr auch tut.“ (1. Thess 5, 11)

 

Und dann entdecke ich sie, die vielen mutmachenden kleinen Gesten, die so viel bedeuten: Schülerinnen und Schüler und auch andere Gruppen, die sich anbieten, um Einkäufe für ältere Mitbürger zu erledigen. Verkäuferinnen, die mit viel Gelassenheit und Freundlichkeit die neuen Bestimmungen erklären, obwohl sie selbst unter großer Belastung stehen. Die Enkelin, die mit Straßenkreide auf dem Weg vor dem Pflegeheim den Gruß schreibt „Wir haben dich lieb, Oma“. Die vielen Pflegerinnen und Pfleger in den Krankenhäusern, Heimen oder Pflegediensten, und die Ärztinnen und Ärzte: sie alle müssen in dieser Zeit unglaubliches leisten. Oder da sind liebe Wünsche, die uns per Telefon, per Mail oder vielleicht sogar durch einen handgeschriebenen Gruß erreichen. Und immer wieder sehe ich Menschen, die viel Phantasie und Kreativität entwickeln, um anderen zur Seite zu stehen.

 

Und auch wenn sich unser Leben grundlegend geändert hat, auch wenn in diesen Zeiten so vieles abgesagt werden muss: Geburtstage, Konfirmationen, Urlaubsreisen – es ist nicht alles abgesagt. In einem Gruß, den ein Freund meinem Mann und mir kürzlich schickte, heißt es:

 

„Sonne ist nicht abgesagt. Frühling ist nicht abgesagt. Beziehungen sind nicht abgesagt. Liebe ist nicht abgesagt. Zuwendung ist nicht abgesagt. Musik ist nicht abgesagt. Phantasie ist nicht abgesagt. Freundlichkeit ist nicht abgesagt. Beten ist nicht abgesagt.“

Und Paulus hätte vielleicht hinzugefügt: Einander trösten und aufbauen ist nicht abgesagt. Gottes Segen ist nicht abgesagt.

 

Ganz herzlich,

Ihre und Eure Annemarie Testa

 

Meine Quelle - Pastorin Ute Ermerling - 27.03.2020

Coronavirus

Aufgrund der Coronaviruspandemie schließen sich die Kirchengemeinden der Friesischen Wehde Bockhorn, Neuenburg und Zetel der Empfehlung der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg an, die Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen bis einschließlich 19.4. auszusetzen.

 

Die Kirchengemeinden bedauern es sehr, die Passionszeit und das Osterfest nicht gottesdienstlich begehen zu können.

 

Weiter bitten die Kirchengemeinden um Verständnis, dass in Bezug auf Trauungen und Taufen für die Zeit nach dem 19.4. momentan noch keine weiteren konkreten Angaben gemacht werden können. Die geplanten Konfirmationen finden bis auf weiteres nicht statt. Dort bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. Beerdigungen dürfen nur noch im Freien und im allerengsten Familienkreis stattfinden.

 

Die Kirchenbüros in Bockhorn, Neuenburg und Zetel bleiben besetzt, sind aber zu den Öffnungszeiten nur telefonisch erreichbar.

Die Pastorinnen und Pastoren sind in allen seelsorgerlichen Fällen telefonisch ansprechbar.

 

Auch wenn die Empfehlung ist, keine Gottesdienste abzuhalten, werden die beiden Kirchen St. Cosmas und Damian in Bockhorn und die St. Martinskirche in Zetel ihre Türen zu den regulären Gottesdienstzeiten für eine Stunde öffnen, um einen Raum für Stille und Gebet zu anzubieten. Sollte von politischer Seite die Schließung von allen öffentlichen Gebäuden angeordnet werden, würde das dann allerdings auch die Kirchen betreffen.

 

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (2.Tim.1,7) Die besondere Situation fordert besondere Maßnahmen, denen wir uns mit Besonnenheit und nicht mit Angst und im Vertrauen auf Gottes Beistand stellen wollen.

 

Kein Gottesdienst

Kein Gottesdienst

Aufgrund der veränderten öffentlichen Empfehlungen zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus wird der Gottesdienst am 15. März und 22. März in Bockhorn, und am 15.März in Grabstede abgesagt. Vermutlich wird diese Regelung bis zum 19.04.2020 verlängert.

 

 

 

Insektenhotel

„Eigentlich sollte hier erst die Blühwiese angesät werden und dann  das Insektenhotel kommen. Aber in diesem Sommer hat es mit der Blühwiese noch nicht geklappt, daher erst einmal das Insektenhotel“ erzählt Gerold Meinen vom Gemeindekirchenrat Bockhorn. Erich Rothenburg, Rolf Wengler und Erwin Fangmann  von der Handwerkergruppe Dorfgemeinschaft Grabstede arbeiteten mehrere Wochen an diesem Hotel, das nun auf dem Friedhof Bockhorn seinen neuen Platz gefunden hat. Aus meist selbst gesammeltem Material wurde diese Nist- und Überwinterungshilfe erstellt. Die „Unterkünfte“ bestehen aus Stämmen, Röhrchen (z.B. aus Reet), Holzstücken und Steinen mit Löchern. Ähnliche Hotels hatten die Handwerker schon in Grabstede errichtet. Dort konnte schon der Einzug mehrere Insektenarten beobachtet werden. Das Insektenhotel ist als eine Überwinterungs- und Nisthilfe für zum Beispiel verschiedene Wespenarten, Marienkäfer, Glühwürmchen oder auch Schmetterlinge gedacht.(Andrea Bartels)

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