Cosmas und Damian Kirche in Bockhorn

Aquarell von Joachim Hensel

 

Die Kirche in Bockhorn steht auf einem künstlich aufgeworfenen Hügel (Wurt) und dürfte bald nach 1200 errichtet worden sein. Sie ist in Ost-West-Richtung ausgerichtet und ist innen 37,40 Meter lang und 10,30 Meter breit. Die Mauern haben eine gleichmäßige Stärke von 1,70 Metern und sind 10 Meter hoch. Als Außenschicht dienen quaderförmig zugehauene Granitfindlinge verschiedener Farbe, als Innenschicht Backsteine, in die einzelne Findlinge eingesprengt sind.

 

   Foto: J.Hensel

 

Zwischen beiden Schichten liegt eine in Muschelkalk gebettete Füllung aus Steinbrocken. Die Quaderung ist an der Nord­seite und am Westgiebel fast vollständig erhalten, während die Mauer an der Süd­seite vielfach mit Ziegelsteinen ausgebessert wurde. Die Fenster der Nordwand gehören zum originalen Bestand. Die niedrige Tür an der Südseite wurde 1648 durch eine größere Eingangstür an der Westseite ergänzt.

 

Das Satteldach ist mit Schiefer und grauen Pfannen gedeckt. Auf dem First befindet sich ein geschlossener Dachreiter mit spitzem Helm, darauf die Wetterfahne, und nahe dem Westgiebel ein Dachreiter mit den Zifferblättern der Uhr nach den vier Him­melsrichtungen. Unter der welschen Haube hängt die Schlagglocke der Uhr.

 

   Foto: Hanna Nowack

 

 

Der Glockenturm steht elf Meter nordwestlich der Kirche und ist in Hausform aus Backsteinen errichtet. Sein gewölbter Durchgang ist bei der jüngsten Restaurierung wieder freigemacht worden. Er diente wohl früher als Zugang zum Friedhof, der um die Kirche herum angelegt war und konnte bei Gefahr mit einer Falltür verschlossen werden. Jetzt ist er ein Zugang zum Vorplatz der Kirche über eine neu angelegte Treppe. In dem Turm hängen zwei Glocken. Die kleinere wurde 1507 gegossen, die größere 1619. Diese beiden Glocken wurden zwar im 2. Weltkrieg abgeholt, aber zum Glück nicht eingeschmolzen und konnten im Mai 1948 an die Kirchengemeinde zurückgegeben werden. Der Glockenturm sowie die beiden Glocken wurden im Herbst 2009 aufwendig restauriert.

 

   Foto: Hanna Nowack

 

 

Die Kirche trägt den Namen der Heiligen Cosmas und Damian, Zwillingsbrüder und Ärzte aus Syrien, denen Wunderheilungen gelangen, für die sie aber jedes Ho­norar ablehnten. Beide sollen im Jahr 303 den Märtyrertod erlitten haben. Sie wurden später zu Schutzpatronen für Ärzte und Apotheker erklärt.

 

Letzte Renovierungen der Kirche:

 

1984 + 1988   Orgel und Orgelprospekt

1997- 1998     Kircheninnenraum

1998    Erneuerung der Beleuchtung: Messingguss- Kerzenkronleuchter

(Replik nach einem holländischen Barockleuchter)

1999 Westgiebel außen

2009 Glockenturm und beide Glocken

2011 Neugestaltung des Vorplatzes  der Kirche und der Außenanlagen

2018 Westgiebel innen

2018 Ostgiebel innen

 

 

 

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